Münchens bester Kaffee #baldneu
Journalist. München. Jahrgang 1976.
/// Laudatio beim Nannen-Preis auf einen meiner Ex-Arbeitgeber, bei dem ich viel gelernt habe — und den ich samt der Kollegen vermisse ///
Wenn eine Tageszeitung den Final Countdown erlebt, sind das für eine Redaktion “Final Times”. Was läge bei einer “Financial Times” näher, als das vorne drauf zu schreiben – und dann im Blatt die Seiten runter- statt raufzuzählen? Wenn irgendwer noch einen Zweifel daran hatte, dass am 7. Dezember 2012 eine der besten Redaktionen des Landes die Bühne verlassen hat: Mit ihrer letzten Ausgabe hat die FTD bewiesen, dass vermutlich jede und jeder einzelne ihrer Journalisten einen sofortigen Anschlussjob verdient. Von vorne bis hinten getragen nicht von Larmoyanz und Bitterkeit, sondern von Größe im Abgang, kluger Selbstreflektion und einem Witz, der in solch einer Situation schwer fallen muss. “Endlich schwarz” auf dem Titel, hintendrauf eine Verbeugung der Redaktion mit einer wunderbaren Entschuldigung für die verbrannten Millionen. “Wenn wir noch einmal von vorne anfangen dürften – wir würden es jederzeit wieder genauso machen.” Wie auch sonst? Die FTD war sich selten selbst so nah wie in diesem ihren letzten Augenblick. Ein Meisterstück des gedruckten Journalismus, für das die Jury des Henri-Nannen-Preises die “Financial Times Deutschland” ein allerletztes Mal auf die Bühne bittet.